Außenpolitik | 11.11.2016

Russlands Premier Medwedew und sein israelischer Amtskollege Netanjahu haben in Jerusalem über den Ausbau der bilateralen Beziehungen gesprochen

Russlands Premier Medwedew und sein israelischer Amtskollege Netanjahu haben in Jerusalem über den Ausbau der bilateralen Beziehungen gesprochen
Foto: GPO/Amos Ben Gershom

Medwedew in Israel: Gemeinsam gegen den Terror kämpfen

Israel und Russland feiern in diesem Jahr das 25-jährige Bestehen ihrer diplomatischen Beziehungen. Bei einem Besuch des russischen Premierminister Medwedew in Israel weiten die beiden Länder ihre Zusammenarbeit aus und beraten über den Iran und Syrien.

JERUSALEM (inn) – Israel wird eine iranische Militärpräsenz in Syrien nicht zulassen. Das hat der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu gegenüber seinem russischen Amtskollegen Dimitri Medwedew bei einem Treffen am Donnerstag in Jerusalem betont.

Israel werde den Iran auch weiterhin daran hindern, die Hisbollah oder andere schiitische Milizen in Syrien zu bewaffnen, erklärte Netanjahu. Obwohl Moskau ein starker Unterstützer des syrischen Machthabers Baschar al-Assad ist und auch enge Beziehungen zum Iran pflegt, habe Russlands Präsident Wladimir Putin in den vergangenen Monaten die militärische Kooperation mit Israel ausgeweitet. Unter anderem soll verhindert werden, dass russische und israelische Flugzeuge über Syrien kollidieren. Netanjahu sprach sich zudem für eine Kooperation zwischen Russland, den USA, Israel und anderen Ländern im Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ aus, wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ berichtet.

Medwedew lobte die guten Beziehungen zwischen seinem Land und Israel. „Jedes Mal, wenn ich Israel besuche, fühle ich mich zu Hause“, sagte der russische Premier. Weiter betonte er: „Unsere Staaten haben gemeinsame Herausforderungen, vor allem den Terrorismus. Terror bedroht die gesamte Welt, aber in dieser Region ist das besonders zu spüren.“

Zuvor hatte sich Medwedew auch mit dem israelischen Staatspräsidenten Reuven Rivlin getroffen. Die beiden Staaten verbinde eine enge Freundschaft und „geteilte Herausforderungen, die wir gemeinsam lösen müssen“, sagte Medwedew. Rivlin betonte, Russland habe immer eine wichtige Rolle in der Region gespielt, „heute vielleicht noch mehr als früher“.

Vertreter beider Staaten unterzeichneten mehrere Abkommen, unter anderem in den Bereichen Landwirtschaft, Hightech und Wohnungsbau. Auch neue Zollvereinbarungen wurden getroffen.

Gedenken an den Holocaust wahren

Am heutigen Freitag besuchte Medwedew die Jerusalemer Holocaust -Gedenkstätte Yad Vashem . „Die Tragödie des jüdischen Volkes darf sich nie wiederholen“, sagte Medwedew nach Angaben von Yad Vashem , wie die deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Dies gelte heute mehr denn je, „denn wir hören verschiedene Interpretationen der Geschichte des Zweiten Weltkriegs“. Das Gedenken an den Holocaust zu wahren, sei „ein gemeinsames Ziel unserer beider Länder“, so Medwedew. Nach dem Aufenthalt in Yad Vashem reiste der Premier in die palästinensischen Autonomiegebiete . In Jericho traf er den palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas .

25 Jahre diplomatische Beziehungen

Medwedew war am Mittwochabend in Israel eingetroffen. Sein Besuch ist Teil der Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen der israelisch-russischen diplomatischen Beziehungen. Nach seiner Ankunft in Tel Aviv begab er sich direkt zur Klagemauer und besuchte im Anschluss die Jerusalemer Grabeskirche . Am Donnerstag informierte er sich am Volcani-Zentrum für landwirtschaftliche Forschung „Agricultural Research Organization“ in Beit Dagan über innovative Technologien.

Im Rahmen des Jubiläums waren Rivlin und Netanjahu in diesem Jahr jeweils zu Besuchen in Moskau. (dn)

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