Außenpolitik | 30.11.2016

In Pristina hat ein israelischer Experte besonders viele antisemitische Bücher auf dem Markt entdeckt

In Pristina hat ein israelischer Experte besonders viele antisemitische Bücher auf dem Markt entdeckt
Foto: Kuzmini, Wikipedia

Kosovo will gegen antisemitische Bücher vorgehen

Im Kosovo gibt es offenbar eine regelrechte Industrie für antisemitische Literatur, wie ein Experte aus Israel festgestellt hat. Der Präsident der Republik hat Maßnahmen gegen diese gezielte Hetze angekündigt.

PRISTINA (inn) – Der Staatspräsident des Kosovo, Hashim Thaçi, will gegen antisemitische Bücher in seinem Land vorgehen. Der israelische Experte im Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus, Ido Daniel, hatte sich persönlich mit einer entsprechenden Bitte an den Präsidenten gewandt.

Daniel hatte in Pristina an einer Konferenz zum Thema Rassismus im Kosovo teilgenommen. Eingeladen hatte ihn die kosovarische Regierung. Bei der Veranstaltung waren Experten zum Thema Terror aus aller Welt zu Gast. Thema war der Kampf des Kosovo gegen Hetze und Radikalisierung durch Terrormilizen wie den IS. Bei einem Bummel durch die Hauptstadt sei ihm aufgefallen, dass zahlreiche antisemitische Bücher und Nazi-Publikationen verteilt oder zum Verkauf angeboten wurden. Darunter waren drei verschiedene, ins Albanische übersetzte Versionen von Hitlers „Mein Kampf“.

In Zusammenarbeit mit Simon Samuels vom Simon-Wiesenthal-Zentrum wandte sich Daniel in einem Brief an Präsident Thaçi und bat um eine Untersuchung der Angelegenheit. „Wie viele Menschen sind dieser Vergiftung jeden Tag ausgesetzt? Tausende Menschen gehen hier jeden Tag entlang. Es zeigt sich, dass es eine ganze Industrie für antisemitische Literatur gibt, die ins Albanische oder in andere Sprachen aus dieser Region übersetzt wurde, als Teil einer organisierten Hetzkampagne gegen Juden im Balkan“, teilte Daniel laut der Tageszeitung „Yediot Aharonot“ mit.Staatspräsident Thaçi erklärte daraufhin, er nehme die Angelegenheit sehr ernst. Er sagte Samuels und Daniel eine sofortige Untersuchung zu und kündigte an, „alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Verbreitung von Hass zu stoppen, die eine offenkundige Verletzung der Verfassung darstellt“. (dn)

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