Außenpolitik | 09.11.2016

Lehrbücher, die in palästinensischen Klassenzimmern zum Einsatz kommen, geraten immer wieder in die Kritik, Hetze gegen Israel zu betreiben

Lehrbücher, die in palästinensischen Klassenzimmern zum Einsatz kommen, geraten immer wieder in die Kritik, Hetze gegen Israel zu betreiben
Foto: UN Photo/Shareef Sarhan

Konferenz: USA billigen Hetze in palästinensischen Schulbüchern

Mathematikaufgaben in palästinensischen Schulbüchern führen mitunter getötete Juden als Variablen an. Das hat eine Jerusalemer Konferenz herausgefunden. Die USA sollen diese Inhalte abgenickt haben. Die Vereinten Nationen bestreiten das.

GAZA (inn) – Schulbücher, die für die erste bis neunte Klasse an palästinensischen Schulen bestimmt sind, fordern dazu auf, Israelis zu töten und sich als Märtyrer zu opfern. Die Bücher, die das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) finanziell unterstützt, sind laut einer Jerusalemer Forschungskonferenz auch von der amerikanischen Regierung abgenickt worden.

Die rund 240 Bücher, die thematisch von Staatskunde bis Mathematik reichen, werden in 400 UNRWA-Schulen im Westjordanland, im Gazastreifen und in Ostjerusalem eingesetzt. Experten der Konferenz des Nahostpolitik-Forschungszentrums in Jerusalem gaben am Dienstag Details ihrer Recherche bekannt, wie die Tageszeitung „Jerusalem Post“ berichtet.

Vorbereitung der Kinder auf den Krieg

Der Chef des Forschungszentrums, David Bedein, teilte mit, dass sie die besagten Bücher in einem Lagerhaus gekauft haben, das der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) gehört. Die Bücher seien dann von einem Forschungsteam ausgewertet worden. Das zentrale Thema der Bücher sei die Vorbereitung der Kinder auf den Krieg.

Als Beispiel präsentierte das Team eine Mathematik-Aufgabe: Darin werden Schüler in einer Rechnung mit Variablen gefragt, wie viele Juden während der ersten und der zweiten Intifada getötet wurden. Weiter wird ein Gedicht rezitiert, das von dem Geräusch eines Gewehrfeuers und dem Blutstrom auf der Seele schwärmt.

Die USA behaupten gegenüber Israel, diese Schulbücher kontrolliert zu haben. Bedein widerspricht dem: „Die Untersuchung sollte dem US-Kongress im März vorgelegt werden.“ Das Weiße Haus habe aber die Anhörung als „unnötig“ abgelehnt, weil die Bücher „in Ordnung“ seien.

Vorbild Jasser Arafat

Der ehemalige Leiter des Forschungsinstituts für kulturelle Toleranz und Überwachung des Friedens, Arnon Groiss, beschäftigt sich seit Jahren mit palästinensischen Schulbüchern. Auf der Jerusalemer Konferenz führte er die drei Prinzipien aus, auf denen seiner Ansicht nach ein nicht zu unterschätzender Prozentsatz der Bücher basiere. Bezogen auf den vor zwölf Jahren verstorbenen Palästinenserführer Jasser Arafat , gehe es stets um die Delegitimierung Israels, die Aberkennung jeglicher heiliger jüdischer Stätten und die Dämonisierung der Juden.

Die UNRWA finanziert sich fast ausschließlich durch die freiwilligen Beiträge der Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen. Bildung, Gesundheit und soziale Angebote gehören zu den Kernkompetenzen der Organisation. Für die Inhalte der von ihr finanzierten Schulbücher ist aber die PA zuständig. Ein Pressesprecher der UNRWA hat die Anschuldigungen gegen die Schulbücher am Dienstag abgestritten: „Unabhängige Prüfungen wie die durch das amerikanische Außenministerium bestätigen uns, dass in diesen Schulbüchern keine Hetze und kein Aufruf zum Terrorismus propagiert wird.“ Auch der Staat Israel habe den Lehrplan der PA in Ostjerusalem autorisiert, auf dem die Schulbücher basieren. (mm)

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