Außenpolitik | 14.09.2012

Kommentar: Zeit zum Aufwachen

JERUSALEM (inn) – Als seien vier tote Diplomaten nicht genug, breitet sich der Volkszorn wie ein Lauffeuer aus. Nach dem Raketenangriff auf die US-Botschaft in Bengasi brennen amerikanische Flaggen im Jemen und in Ägypten, in Marokko, im Sudan und in Tunesien. Alle Beteuerungen, man verabscheue zutiefst, was Muslime beleidige, helfen nichts. Der Mob tobt und lechzt nach Blut.

Amerika ist schockiert. Wie konnte der Arabische Frühling „diese hässliche Wendung nehmen?“ Wie ein einziges Video, furchtbar stümperhaft, einfach nur schlecht und nervtötend gemacht, die gesamte amerikanische Außenpolitik zugrunde richten? „Wie konnte das passieren in einem Land, das wir befreien halfen, in einer Stadt, die wir vor der Zerstörung bewahrt haben?“, fragt sich Außenministerin Hillary Clinton.

Doch allen diplomatischen Nettigkeiten, die „keine feindseligen Gefühle gegen die USA in Ägypten“ sehen wollen, zum Trotz, Präsident Barack Obama sollte endlich aufwachen: Die arabische Öffentlichkeit spuckt auf die Hand, die er der islamischen Welt seit seiner historischen Rede im Juni 2009 in Kairo hinhält.

Jahrzehntelang hat Amerika in der islamischen Welt Diktatoren unterstützt – um sie dann kaltblütig fallen zu lassen. Lippenbekenntnisse zur Demokratie sind unhörbar angesichts der realpolitischen Verachtung von Wahlergebnissen – im Januar 2006 bei den Palästinensern, im Dezember 1991 in Algerien, ja schon in den 1950er Jahren im Iran. Kaum ein Muslim hält „westliche Werte“ für erstrebenswert. Niemand glaubt, dass sie ernstgemeint sind. Das Zutrauen der Araber, von dem Amerika träumt, hat es nie gegeben.

Stattdessen klettern der US-Botschaft in Kairo Demonstranten aufs Dach, reißen die amerikanische Flagge herunter und hissen die schwarze Flagge mit dem islamischen Glaubensbekenntnis, der „Schahada“: „Es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Prophet!“ Dieses schwarze Tuch mit dem Schwert des Islam und der Schahada ist nicht, wie manche meinen, das Banner von Al-Kaida-Extremisten, sondern die ursprüngliche Fahne des Islam , die unter den Abbasidenkalifen im 8. Jahrhundert unserer Zeitrechnung populär wurde. Schwarz verhüllte Frauen skandieren: „Ihr Anbeter des Kreuzes, lasst den Propheten Mohammed in Ruhe!“ Die Ideologie des Dschihad, des Heiligen Krieges, gegen den dekadenten Westen ist heute vorherrschende Kraft in der arabischen Welt. Das hat der Arabische Frühling gezeigt.

Die mörderische Volkswut wurde dieses Mal nicht von Karikaturen entfesselt, oder durch die Verbrennung eines Korans, sondern durch einen Film über den Propheten Mohammed. Dargestellt wird wie der Gründer des Islam seine Nachfolger zum Heiligen Krieg anstachelt, Gegner täuscht und seine Libido auslebt – nicht unähnlich den autorisierten Biografien. Anstößig für Muslime ist nicht der Inhalt des Films, sondern die Darstellung ihres Idols im Bild.

Dabei scheint der Mohammed-Film nur willkommener Vorwand nicht aber eigentlicher Auslöser der Unruhen zu sein. Islamistische Gruppierungen hatten in letzter Zeit dazu aufgerufen, die Kairoer US-Botschaft niederzubrennen – um Häftlinge aus Guantanamo freizupressen, oder auch den blinden Scheich Omar Abdul Rahman, der in den USA wegen eines Anschlags auf das World Trade Center 1993 eine lebenslange Haftstrafe verbüßt. Ein Jahr lang dümpelte der Film im Internet vor sich hin – bis ihn eine salafitische Fernsehstation in Ägypten ausfindig machte und sendete. Wäre diesen Leuten die Ehre des Propheten Mohammed wichtiger gewesen, als ihre antiamerikanischen Ressentiments, sie hätten das Machwerk im Sumpf des Internets versickern lassen.

Vielleicht ist es an der Zeit, sich von liebgewordenen Träumen und einer romantischen Vorstellung von der „Friedensreligion Islam“ zu verabschieden. Die Schreie der Christen, denen das Leben unter islamistischer Herrschaft zur Hölle gemacht wird, sind unüberhörbar. In den Ländern des Arabischen Frühlings kreuzigen Muslimbrüder ihre ideologischen Gegner, wenn Muslime zum Christentum konvertieren, werden sie vor laufender Kamera geschlachtet. Auch das ist in Youtube einsehbar für diejenigen, die das sehen wollen. Verstehen wir den Weckruf des tobenden Mobs?

Das Video, das diese Unruhen ausgelöst hat, kann hier auf Youtube eingesehen werden: is.gd/NeAOb3

6 Kommentare

Horst D. | 19.09.2012 | 09:57

Bilder nicht erlaubt? Mohammed ist doch nur ein Mensch gewesen. Musikinstrumente nicht erlaubt? Wo steht das?

Alkohol nicht erlaubt? Hat Mohammed erfunden, wiewohl natürlich ein gezügelter Konsum anzuraten ist.

Im Bereich sex. Freizügigkeit haben wir unsere Hasusaufgaben im Westen nicht gemacht. Muslimbrüder (Wurzeln der Hamas) und Salafisten, die aggressiven Islammissionare am Drücker lassen für die religiösen und ethischen Minderheiten nichst Gutes vermuten. Vergesen wir nicht: wenn sich die Moslems entscheiden müssen, werden sie sich für ihresgleichen entscheiden.

Gudrun F. | 17.09.2012 | 19:35

Eine große Chance wurde nicht genutzt: einen seriösen, kritischen Film über das Leben des Mohammed zu drehen, die Aussagen des Films mit den entsprechenden Suren im Koran zu belegen und auf diese Weise auf positive Aspekte, aber auch im besonderen auf die in vielen Ländern noch unterschätzten Gefahren dieser Religion hinzuweisen. Das Medium Film erreicht wesentlich mehr Bürger als z. B. islamkritische Literatur. Vielleicht sollte sich "Hollywood" eines solchen Projektes annehmen.

Ruth Hurni | 17.09.2012 | 14:01

Die Welt schlaeft bestimmt nicht, mindestens seit 9/11 weiss sie,dass mit den Islamisten nicht zu spassen ist.

Warum schweigt man ? Weil man befuerchtet dass der Zugang zu den Bodenressourcen der arabischen Welt fuer den Westen versperrt wuerde ! Dann gibt es noch politische Machtansprueche und Finanzstrategische Gruende. Die Araber gehoeren zu den reichsten Menschen auf diesem Globus ! Also wenn die Welt zuschauen will, dass die globale Islamisierung immer radikaler wird und nicht eine rote Verbotslinie aufstellt, kann uns nur noch ein Wunder des wahren Gottes, des Gottes Israel, der Vater unseres Jesus Christus, retten ! Der Westen hat nun die Konsequenzen Ihrer Gottesverweigerung und Menschenverherrlichung zu tragen.

Gott ist allmaechtig und gut, deshalb ist noch Zeit fuer eine Rueckkehr.

Ich kann allen, die noch schlafen empfehlen, das Buch der Islamkennerin Bat Ye'Or zu lesen : " Die Gefahr der Integration Juden und Christen unter dem Islam. " Original in fanzoesisch.

Tomcat | 16.09.2012 | 23:31

Guter Kommentar! Ich möchte jedoch noch etwas zur ach so hoch gelobten "Freedom of Speech" anfügen. Sogenannte Künstler, "Freiheitsliebende" und nicht zuletzt etliche Medien gebrauchen diese in geradezu atemberaubender Ignoranz, leider auch religiöse Gruppen die andersdenkende/fühlende/lebende diffamieren und dann laut aufschreien, wenn der Schuß nach hinten losgeht, bzw. die Kugel den Ausrufer "trifft". Christen müssen einen Jesus in einer Flasche ertragen, auf die uriniert wird, Jesus als Affen und Esel am Kreuz "ertragen", ihren Glauben in beinahe jeder satirischen Zeitung verhöhnt sehen - und müssen das - es wurde in Deutschland gerichtlich kürzlich verfügt bei dem "Titanicprozess" -im Zuge des Rechts auf freie Meinungsäusserung und der "Kunst" aushalten. Evangelikale Christen in den USA hingegen mobben homosexuelle Schüler bis zum Selbstmord.

Wie recht hat doch Jesus Christus mit seinem Ausspruch:

"Was aber kümmerst du dich um den Splitter in deines Bruders Auge und erkennst nicht den Balken in deinem eigenen ....

Diese Aussage gilt ausnahmslos für ALLE!

Doro | 16.09.2012 | 20:34

"Ein Jahr lang dümpelte der Film im Internet vor sich hin – bis ihn eine salafitische Fernsehstation in Ägypten ausfindig machte und sendete. Wäre diesen Leuten die Ehre des Propheten Mohammed wichtiger gewesen, als ihre antiamerikanischen Ressentiments, sie hätten das Machwerk im Sumpf des Internets versickern lassen." Fasst so ziemlich den Kern der Krisensituation zusammen. Was mich nur auch beschäftigt ist die Frage nach meiner Reaktion darauf; wie setze ich Grenzen?, muss ich Grenzen setzen? - gegenüber diesen "Leuten" oder wie bekomme ich Gottes Sicht auch mit rein - ER hat sich trotzdem zu Tode prügeln und kreuzigen lassen aus liebe zu uns, um uns mit ihm zu versöhnen - und wir sollen ihm darin folgen... letztendlich brauch es eine Begegnung mit Jesus und ein verändertes Herz, damit diese Menschen nicht mehr hassen. Für sie beten ist waharscheinlich mal ein Anfang - ihnen Zeugnis geben wär mutig und das Richtige... und von politischer Seite ist es wahrscheinlich doch auch angebracht Grenzen zu setzen und zu zeigen, dass uns die Christen nicht egal sind, damit Leben gerettet werden kann - es ist wichtig, was die islamische Welt anbelangt und in Bezug auf dessen "Führer" doch in die "Speichen zu greifen"....

Matthias Spilker | 14.09.2012 | 19:16

Unsere westlichen Politiker sind bei diesem Thema so schläfrig ,als hätten sie gerade 10 Schlaftabletten genommen.

Entschuldigt bitte,aber diese Schläfrigkeit haben wir in Europa Ende der 20er,Anfang der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts auch schon mal erlebt und wir wissen was daraus ggeworden ist.Man gut das viele Christen und viele Juden ,besonders die in Israel leben,nicht so schläfrig sind . Das haben Sie Ihrem gemeinsamen G`tt zu verdanken,denn der Herr schläft und schlummert nicht er ist immer da.

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