Außenpolitik | 08.09.2016

Die Al-Noor-Moschee in der sudanesischen Hauptstadt Khartum

Die Al-Noor-Moschee in der sudanesischen Hauptstadt Khartum
Foto: Usamah Mohammed, flickr | CC BY-SA 2.0

Israel fordert diplomatische Rehabilitierung des Sudans

Längere Zeit betrachtete Israel den Sudan als Unterstützerstaat des Terrors durch den Iran und aus dem Gazastreifen. Aber nach der Distanzierung des afrikanischen Staates vom Iran fordern israelische Diplomaten die USA auf, den Sudan neu einzuschätzen.

JERUSALEM / KHARTUM (inn) – Israel fordert die Vereinigten Staaten von Amerika auf, ihre diplomatischen Beziehungen mit dem Sudan zu verbessern. Wie die Tageszeitung „Ha‘aretz“ berichtet, hat sich das ostafrikanische Land vom Iran losgesagt und sich der saudischen Achse muslimischer Länder angenähert. Auch den Waffenschmuggel in den Gazastreifen soll der Sudan demnach gestoppt haben.

Israelische Diplomaten haben mit dem amerikanischen Unterstaatssekretär für politische Angelegenheiten, Tom Shannon, bei dessen erstem Staatsbesuch in Israel gesprochen. Ein Anliegen war, die diplomatischen Beziehungen der USA mit dem Sudan zu überdenken. Bislang steht das afrikanische Land auf der amerikanischen Liste von Staaten, die den Terrorismus fördern.

Der Sudan hat in der Vergangenheit immer wieder mit Ländern zusammengearbeitet, die Feinde Israels sind. Längere Zeit befand sich beispielsweise ein Kommandozentrum der Hamas im sunnitisch geprägten Land. Auch pflegte der Sudan Allianzen mit dem Iran und der Hisbollah .

2014: Diplomatischer Einschnitt zwischen Iran und Sudan

Dabei geriet das Land zum Zwischenlager für Waffen, die der Iran auf diese Weise in den Gazastreifen schmuggelte. „Ha‘aretz“ zufolge ist dort auch eine Fabrik für Langstreckenraketen für die Hamas gebaut worden. Die sudanesische Regierung wiederum beklagte zahlreiche Luftschläge, die Israel auf Waffentransporte und andere Ziele zwischen 2008 und 2014 durchgeführt haben soll.

Die Zusammenarbeit zwischen dem Sudan und dem Iran geriet ins Stocken, als im September 2014 der Sudan ein iranisches Kulturzentrum in Khartum schließen ließ. Angestellten des Zentrums war vorgeworfen worden, den schiitischen Islam zu predigen. 2015 zahlte Saudi-Arabien der sudanesischen Zentralbank eine Milliarde Dollar, die als Bankreserve dienen sollte. Dieses Jahr kündigte der Sudan dann an, sich vom Iran zu distanzieren, nachdem ein saudischer Geistlicher exekutiert worden war und das zu Spannung in der Region geführt hatte. (mm)

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