Außenpolitik | 23.08.2012

Fischfang verbessern: Israel möchte Kenia mit seiner Erfahrung helfen.
Foto: sarahemcc / flickr | CC-BY 2.0
Vergangene Woche unterzeichneten hochrangige Vertreter der drei Länder das Abkommen im kenianischen Kisumu an der Nordostküste des Viktoriasees, berichtet die „Jerusalem Post“. Anwesend waren unter anderen der stellvertretende Außenminister Israels, Dani Ajalon, der deutsche Entwicklungsminister Dirk Niebel und der kenianische Premierminister Raila Odinga.
Schon vor dem Abkommen leistete Israel in Afrika Entwicklungshilfe: So wurde der Petrus-Fisch in Becken um den See gezüchtet, um ihn für den Verkauf fit zu machen. Israelische Fischexperten haben dabei den Arbeitern vor Ort geholfen, die Zucht effektiver zu gestalten. Im See hat der Petrus-Fisch starke Konkurrenz durch den Nilbarsch, der in den 1960er Jahren im Viktoriasee ausgesetzt wurde und als Viktoriabarsch bekannt ist.
Es gehe darum, die Region zu industrialisieren, damit Kenia einen höheren Fischexport erreicht, sagte Daniel Carmon, der Leiter des israelischen Zentrums für internationale Zusammenarbeit (MASHAV). Dies sei mit israelischer Technologie möglich. „Israel hat mit seiner Erfahrung viel anzubieten.“ Ein weiteres Ziel sei es, die ökologische Schieflage auszugleichen, die der See wegen des vielen Pflanzenwachstums habe, und damit die Lebensbedingungen der Fische zu verbessern.
Sobald die Fischzucht auf hohem Niveau angelaufen sei, wolle man in einer zweiten Phase die Abwasserreinigung effektiver gestalten, erklärte Carmon. „Es geht darum, die Wasserqualität sowohl in der Gegend um den See wie auch in der Entwicklungsstadt Kisumu zu verbessern.“ Auch unabhängig vom neuen Dreiländerabkommen arbeite MASHAV in Kisumu bereits an anderen Entwicklungsprojekten.
Diese Arbeit verbessere nicht nur Israels Ruf in Afrika, sondern stärke auch die Beziehung zwischen Deutschland und Israel, merkte Carmon an. „Dass Israel und Deutschland hier Hand in Hand zusammenkommen und einem dritten Land – einem Entwicklungsland – bei etwas helfen kann, wo es Hilfe braucht, sendet eine starke Botschaft aus.“ Bei Erfolg des Projekts ist auch eine Zusammenarbeit mit den Ländern Uganda und Tansania angedacht, die ebenfalls am Viktoriasee liegen.
1 Kommentar
Kenne die biologische Situation dort im kenianischen Teil des Viktoria-Sees sehr genau. Ohne die ökologische Schieflage des Sees gerade in der Rusinga-Mbita-Kisumu-Bucht entschlossen und qualifiziert anzugehen und auszugleichen, wird es keinen Erfolg bei der Fischzucht geben. Schon Mitte der 90er-Jahre haben sich die Niederlande bei Versuchen, diese lästige Wasserhyazinthe (Eichhornia) zu beseitigen, "die Zähne ausgebissen". Die Fischer wurden brotlos, weil sie nirgends mehr ans Wasser kommen können. Groß dimensionierter maschineller Einsatz ist gefragt, die Wasserhyazinthe quadratkilometerweise aus den Ufer-und Seebereichen zu entfernen. Und wenn Israel und Deutschland das Ding mal wirklich angehen, dann verspreche ich mir wirklich nachhaltigen und segensreichen Erfolg für die Menschen dort, die in Grunde genommen sehr intelligent und fleißig sind. Mit den jährlich reichlich fließenden Geldern aus Berlin (hauptsächlich wegen der Lobby in Sachen deutscher Großwildjäger) hätte die Regierung in Nairobi dieses Problem längst angehen können, ist aber leider nicht daran interessiert, sogenanntes Oppositionsgebiet zu subventionieren.
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