Außenpolitik | 31.08.2012

Laut der IAEA hat der Iran sein Unrananreicherungsprogramm massiv ausgeweitet. (Bild: Blick auf Teheran)

Laut der IAEA hat der Iran sein Unrananreicherungsprogramm massiv ausgeweitet. (Bild: Blick auf Teheran)
Foto: Arad / Wikipedia | gemeinfrei

IAEA: Iran beschleunigt Atomprogramm

WIEN / TEHERAN / JERUSALEM (inn) – Der Iran hat die Produktionskapazität seiner Urananreicherungslage in Fordo beträchtlich erhöht. Das geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) hervor. Unterdessen hat Bundeskanzlerin Angela Merkel Israels Regierung davor gewarnt, den Iran anzugreifen.

Laut dem IAEA-Bericht hat der Iran die Zahl der Zentrifugen zur Anreicherung von Uran in Fordo seit Mai auf mehr als 2.000 verdoppelt. 700 davon seien in Betrieb. Insgesamt habe der Iran seit dem Jahr 2010 fast 190 Kilogramm höher angereichertes Uran produziert – im Mai lag diese Menge bei 145 Kilogramm.

Die IAEA warf der Führung in Teheran zudem vor, künftige Kontrollen auf der Militärbasis Parchin zu verhindern und dort mögliche Spuren zu verwischen. Die Behörde hatte im Januar Zugang zu der Anlage gefordert, da sie Tests zur Entwicklung von Atomsprengköpfen vermutete. Der Iran hat eine Inspektion durch die IAEA bisher abgelehnt, da die Anlage nicht zum Atomprogramm gehöre. Bis zur Forderung nach Zugang sei es um die Basis ruhig gewesen, seit Januar seien jedoch Bau- und Aufräumarbeiten sowie Transporte zu beobachten, so die IAEA der Tageszeitung „Ha‘aretz“ zufolge.

Israels Außenminister Lieberman forderte die internationale Staatengemeinschaft dazu auf, den Bericht nicht zu ignorieren. „Was im Iran los ist, ist ein Marsch der Torheit und Heuchelei, mit Drohungen, Israel zu zerstören, derengleichen wir seit den 1930ern nicht gesehen haben“, sagte Lieberman am Donnerstag in der Universität von Tel Aviv .

Netanjahu will vor UN-Generalversammlung sprechen

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu kündigte an, er werde nach dem jüdischen Versöhnungstag Jom Kippur, der in diesem Jahr am 26. September begangen wird, eine Rede vor der UN-Generalversammlung in New York halten. Auf dem Gipfeltreffen der Blockfreien Staaten in Teheran hätten Delegationen aus 120 Staaten Ritualmordlegenden gegen Israel gehört und nichts dazu gesagt. „Dieses Schweigen muss aufhören. Deshalb werde ich vor die UN-Generalversammlung treten und den Nationen der Welt mit deutlicher Stimme die Wahrheit über das Terror-Regime im Iran erzählen, das die größte Bedrohung für den Weltfrieden darstellt“, sagte Netanjahu laut einer Mitteilung seines Büros.

Merkel setzt auf schärfere Sanktionen

Unterdessen berichtet „Ha‘aretz“, Bundeskanzlerin Angela Merkel habe Netanjahu während eines Telefonates vor eineinhalb Wochen gebeten, im Atomstreit mit dem Iran weiter auf Sanktionen und diplomatische Bemühungen zu setzen. Die bisherigen Sanktionen hätten den Iran bereits in Bedrängnis gebracht und sollten weiter verschärft werden.

Die Regierung in Teheren weist den Vorwurf, sie strebe nach Atomwaffen, zurück. Sie betont stets, nur an einer friedlichen Nutzung der Atomenergie interessiert zu sein.

2 Kommentare

Erhan | 05.09.2012 | 21:42

@Horst

1) Ist es bewiesen, dass Iran an einem Atomprogramm arbeitet??

Oder sind das nur irgend welche Behauptungen, die damals im Irak vorgeworfen worden ist?

2) Gibt es gute und schlechte Atombomben??

Wieso dürfen einige Länder Atombomben haben und andere nicht?

Horst D. | 02.09.2012 | 22:54

Tja, der Eiertanz, den die westlichen Politiker (aufgrund des Erdölreichtums im Nahen Osten) vollführen, ist auch in Deutschland nicht unbekannt. Mit Diplomatie kam man den Persern unserer Zeit noch nie bei (beginnend bei der Besetzung der amer. Botschaft 1979).

Ich frage mich, ob die Israelis noch lange Zeit haben, um zuzusehen, bis das Atomprogramm des Iran gänzlich unterirdisch verschwunden ist. Es bleibt zu bedenken, dass sie 1981 schon einmal im Irak gehandelt haben. Die Israelis haben vielleicht Angst vor einer internationalen Isolierung, falls sie ohne zu fragen zuschlagen. Bleibt zu beten, dass die Moslems und Israelis gleichermaßen Jesus als den Sohn Gottes und Messias anerkennen.

LG aus Landau / Pfalz

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