Außenpolitik | 15.11.2016

Steht in der Kritik: Uri Ariel

Steht in der Kritik: Uri Ariel
Foto: Uri Ariel, Wikipedia

Ariel verschenkt angeblich unerlaubt Drohne an Medwedew

Der israelische Landwirtschaftsminister Ariel hat dem russischen Premierminister Medwedew eine Forschungsdrohne im Wert von 50.000 Euro geschenkt. Da es eine nicht erlaubte Schenkung gewesen sei, steht er nun in der Kritik. Sein Ministerium wehrt sich gegen die Vorwürfe.

JERUSALEM (inn) – Spielzeug für die Russen: Israels Landwirtschaftsminister Uri Ariel hat Ende vergangener Woche dem russischen Premierminister Dimitri Medwedew während dessen Besuchs eine landwirtschaftliche Forschungsdrohne geschenkt. Der kleine Helikopter hat einen Wert von knapp 50.000 Euro. Israelische Medien berichten nun, dass diese Schenkung nicht erlaubt gewesen sei. Die Drohne habe die Landwirtschaftsforschungsorganisation „Volcani“ erworben, jedoch nicht mit dem Geld des Landwirtschaftsministeriums.

Während Medwedew interessiert mit der Steuerung des Geräts spielte, habe Ariel den Generaldirektor des Ministeriums, Schlomo Ben Elijahu, um Erlaubnis gebeten, das Gerät zu verschenken. Diese habe Elijahu direkt gegeben, berichtet die Onlinezeitung „Times of Israel“. Der überraschte Übersetzer habe schließlich gefragt, ob er diese Information an Medwedew weitergeben solle. Der Generaldirektor bestätigte das.

Vertreter von „Volcani“ hätten versucht, die Schenkung zu verhindern, ohne die Gäste zu verärgern. Doch am Ende nahmen zwei Mitglieder der russischen Delegation den kleinen Helikopter mit ins Flugzeug. Das Gerät hat Wärme- und Infrarotkameras, die komplizierte Aufnahmen von Wasser und dem Material im Wasser wie Pestiziden zu machen können.

Erlaubte und unerlaubte Geschenke

Laut Regierungsregulierungen sei es erlaubt, ausländischen Gästen Präsente für bis zu rund 70 Euro zu überreichen. Bei besonderen Umständen, wenn es sich um einen Minister oder einen Stellvertreter handelt, sind Geschenke im Wert von bis zu umgerechnet 170 Euro gestattet, mit der Erlaubnis des Generaldirektors des Ministeriums.

Der Journalist Omri Milman, der die Geschichte öffentlich machte und sie in der Wirtschaftszeitung „Calcalist Daily“ veröffentlichte, sagte am Montag laut „Times of Israel“, dass die Regierungsabteilung die Sache untersuche.

Das Landwirtschaftsministerium ließ nach der Schenkung verlauten: „Die Gabe des Helikopters an die Delegation erfolgte mit der Zustimmung der zuständigen Vertreter.“ Das Ministerium werde „in der kommenden Zeit einen neuen Helikopter erwerben, damit die Forschungsaktivitäten weitergehen“. Die Erklärung betonte zudem, dass der Helikopter ein kleines Geschenk gewesen sei im Vergleich zu den Vereinbarung, die für die wirtschaftliche Zusammenarbeit der beiden Länder getroffen wurden.

Israel und Russland feiern in diesem Jahr das 25-jährige Bestehen ihrer diplomatischen Beziehungen. Bei dem Besuch der russischen Delegation mit Premierminister Medwedew in Israel berieten die beiden Länder auch über den Iran und Syrien. (mab)

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