Arabische Welt | 03.08.2012

Palästinensische Frauen haben sich öffentlich gegen häusliche Gewalt ausgesprochen.

Palästinensische Frauen haben sich öffentlich gegen häusliche Gewalt ausgesprochen.
Foto: Peter Hagyo-Kovacs / Wikipedia | CC-BY 3.0

Palästinenserinnen demonstrieren gegen häusliche Gewalt

BETHLEHEM (inn) – Unter dem Motto „Nein zum Frauenmord“ haben Palästinenserinnen im Westjordanland ihren Widerstand gegen häusliche Gewalt bekundet. Um dies zu verdeutlichen, gingen Frauen am Mittwoch und am Donnerstag auf die Straße.

Nachdem ein Mann im Dorf Batir bei Bethlehem seine Frau ermordet hatte, organisierte die „Allgemeine Gewerkschaft der palästinensischen Frauen“ als Reaktion auf diese Tat zwei Demonstrationen. Die protestierenden Frauen verurteilten den Mord als „barbarisch“ und „unmenschlich“. Laut der Nachrichtenagentur „Ma‘an“ kritisierten sie auch die palästinensische Polizei und sagten, dass diese die Klagen wegen häuslicher Gewalt und Misshandlung ignoriert habe. Darüber hinaus riefen die Demonstrantinnen den palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas auf, den Mord zu untersuchen.

Zwei Tage nach der Tat fand der erste der Proteste statt. Der 29-jährigen Frau war mitten am Tag der Hals aufgeschlitzt worden. Ihr Mann wurde kurz darauf verhaftet. Zusätzlich gab es vier weitere Morde im Gazastreifen und der Stadt Tulkarm im Westjordanland, die in den vergangenen zwei Wochen begangen worden sind. Die 15 verschiedenen Frauenverbände, die an der Demonstration teilgenommen haben, wiesen darauf hin, dass diese steigende Gewalt gegen Frauen zum Ende gebracht werden muss. Diesbezüglich fordern sie verschärfte Gesetze, einen respektvolleren Umgang mit Frauen und eine Strafe für diejenigen, die Frauen angreifen.

In Zukunft wollen die Verbände Veranstaltungen organisieren, um die Aufmerksamkeit für Gewalt gegen Frauen zu wecken. Chawla al-Asrak von der „Allgemeinen Gewerkschaft der palästinensischen Frauen“ meint, Palästinenser sollten sich darüber informieren und Verantwortung übernehmen, damit solche Gewalt beendet wird.

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