Arabische Welt | 12.08.2012

Die PA hat die Hamas mit ihren Äußerungen gegen die unterirdischen Schmugglertunnel verärgert.

Die PA hat die Hamas mit ihren Äußerungen gegen die unterirdischen Schmugglertunnel verärgert.
Foto: Marius Arnesen / flickr | CC-BY-NC 2.0

PA für Versiegelung von Schmugglertunneln

RAMALLAH / GAZA (inn) – Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) hat sich erstmals öffentlich gegen die Schmugglertunnel zwischen Gazastreifen und Ägypten ausgesprochen. Der Büroleiter von Präsident Mahmud Abbas verneinte am Sonntag, dass die Tunnel einen Beitrag zum Wirtschaftsaufschwung in Gaza leisteten – und verärgerte dadurch die Hamas.

Die PA unterstütze die ägyptischen Bemühungen, das Tunnelnetzwerk unter der Grenze zum Gazastreifen nach dem Überfall im Sinai zu schließen, sagte der Fatah-Vertreter Tajjeb Abdul Rahim laut der palästinensischen Nachrichtenagentur „Ma‘an“. Sie sehe die Gänge als „Wege des Vandalismus“. Die Tunnel seien unlängst eine Bedrohung für die ägyptische Sicherheit gewesen. Außerdem schadeten sie der Versöhnung zwischen Hamas und Fatah.

Der Hamas -Führer Salah al-Bardawil bezeichnete diesen Standpunkt als „abscheulichen Opportunismus, der allen Werten und Ethiken und nationalen Verantwortungen widerspricht“. Die Äußerungen seien „unmoralisch und unverantwortlich“. Bei dem Überfall vor einer Woche waren 16 ägyptische Grenzpolizisten getötet worden. Ägypten macht Palästinenser aus Gaza für den Angriff verantwortlich, die durch das Tunnelsystem in den Sinai gelangt seien. Die staatliche ägyptische Zeitung „Al-Ahram“ berichtete am Freitag, Ägypten habe etwa 150 Tunnel zerstört. Insgesamt werden ungefähr 1.000 unterirdische Gänge an der Grenze vermutet.

Abbas‘ Mitarbeiter Abdul Rahim widersprach der Auffassung, dass das Netzwerk zur wirtschaftlichen Erholung des Gazastreifens beitrage: „Die Tunnel dienen nur einer kleinen Kategorie von Teilhabern und privaten Interessen und denen, die rücksichtslos gegenüber den höheren Interessen Ägyptens und Palästinas sind.“ Die PA im Westjordanland widme die Hälfte ihres Budgets dem Gazastreifen. Die Regierung wolle mit Ägypten zusammenarbeiten, um die gemeinsamen Herausforderungen anzugehen und den Interessen beider Nationen zu dienen.

Einem Bericht der Tageszeitung „Jerusalem Post“ zufolge erklärte er: „Die palästinensische Präsidentschaft erneuert ihre Ablehnung und Verurteilung der verbrecherischen Tat, die letzte Woche durch mörderische Fundamentalisten im Sinai verübt wurde. Sie bekräftigt ihre vollständige Solidarität mit Ägypten. Wir unterstützen ebenfalls alle Maßnahmen, die von der ägyptischen Führung und den Sicherheitskräften gegen die radikalen und verdächtigen Terrorgruppen unternommen wurden. Maßnahmen, die nötig sind, um die Schmuggeltunnel zu schließen, die den Interessen und Beziehungen von Palästinensern und Ägyptern schaden, sind dabei eingeschlossen.“

Hamas -Führer Bardawil forderte die Fatah-Regierung im Westjordanland auf, sich an den Bemühungen um ein Ende der Blockade des Gazastreifens zu beteiligen. „Wir freuen uns auf den Tag, an dem die Blockade und die Zerstörung der Tunnel endet. Wir sind sicher, dass die weise ägyptische Führung die Palästinenser nicht unter der Blockade lassen wird.“

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