Arabische Welt | 10.08.2012

Das staatliche Fernsehen in Kairo hat Ärger wegen eines Interviews mit einem Israeli.
Foto: Vogrol / Wikipedia | CC-BY-SA 3.0
Der israelische Militärexperte Ejal Alima ist Korrespondent für die arabische Ausgabe des Radiosenders „Kol Israel“. Dienstagnacht wurde er in einer Sendung des ägyptischen Staatsfernsehens telefonisch zu dem Angriff auf einen ägyptischen Grenzposten befragt, bei dem am Sonntag 16 Soldaten getötet worden waren. Auch ägyptische und palästinensische Analysten kamen zu Wort, berichtet die Tageszeitung „Ha‘aretz“.
Infolge der Kritik an Alimas Beitrag forderte der neue Informationsminister Salah Abdel-Maksud eine Untersuchung des Vorfalles. Er wies die staatliche Rundfunkbehörde an, keine Israelis mehr zu empfangen.Örtlichen Medienberichten zufolge ging diese Reaktion den Kritikern jedoch nicht weit genug. Die liberale „Nationale Versammlung für Wandel“, eine nichtstaatliche Gruppe, forderte die Entlassung des islamistischen Ministers. Zudem müsse Abdel-Maksud die Mitgliedschaft des unabhängigen Pressesyndikats entzogen werden. Die Organisation warf dem Sender vor, „eine mediale Normalisierung mit dem zionistischen Gebilde“ anzustreben.
In dem anderthalbminütigen Telefoninterview hatte Alima die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit zwischen Ägypten und Israel betont, um die Sicherheit im Grenzgebiet zu festigen. „Der Zwischenfall ist eine Warnung an beide Länder. Deshalb sollten sie in Zukunft vorsichtig sein und sicherstellen, dass sich solche Vorfälle nicht wiederholen.“ Der Israeli machte Kämpfer aus dem Gazastreifen für den Überfall verantwortlich. Es war das erste Interview dieser Art seit der Unterzeichnung des israelisch-ägyptischen Friedensvertrages 1979.
Die Professorin für Fernsehen an der Universität Kairo, Laila Abdel Meguid, wertete das Gespräch mit Alima als beispiellosen Schritt zur Überwindung der Barriere zwischen den Ägyptern und allem, was israelisch ist. „Nach dem Krieg von 1973 hätte das ägyptische Staatsfernsehen nicht einmal Bilder von israelischen Vertretern veröffentlicht“, zitiert sie der Sender „Al-Arabija“ in seiner Onlineausgabe. „Dies hat angefangen, sich Schritt für Schritt zu ändern. Jetzt akzeptieren wir es, sie zu sehen.“
1 Kommentar
Welche Blüten treibt da der Hass! Vielleicht fehlt den Ägyptern eine Bibel. Dort würden sie etwa lesen: "Wer Israel verflucht, der ist verflucht und wer Israel segnet, der ist gesegnet." Diese Verfluchung sieht man manchen arabischen Völkern an. Frieden schafft n i e m a l s der Islam, sondern n u r das gelebte Christentum. Wenn Jesus wiederkommen wird als der Messias der Welt, dann wird Frieden.
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