Arabische Welt | 18.10.2016

Palästinenser schwenken Hamas-Flaggen (Symbolbild)

Palästinenser schwenken Hamas -Flaggen (Symbolbild)
Foto: rainwiz, flickr | CC BY-NC-SA 2.0

Gefangenenaustausch-Feier: Palästinenser kündigen neue Entführungen an

Bei einer Kundgebung zum fünften Jahrestag des Schalit-Gefangenenaustauschs haben mehrere palästinensische Aktivisten zur Entführung israelischer Soldaten aufgerufen.

GAZA (inn) – Palästinensische Gruppen haben am Montag im Gazastreifen den fünften Jahrestag des Gefangenenaustauschs zwischen Israel und den Palästinensern gefeiert. Dabei kündigten sie an, weitere israelische Soldaten zu entführen, bis alle palästinensischen Gefangenen aus israelischer Haft befreit seien, meldet die palästinensische Nachrichtenagentur „Ma‘an“. Die Hamas organisierte die Kundgebung, die sie vor dem Sitz des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes abhielt.

Am Dienstag vor fünf Jahren war der israelische Soldat Gilad Schalit aus palästinensischer Geiselhaft freigelassen worden und in Israel eingetroffen. Im Gegenzug entließ Israel 1.027 palästinensische Häftlinge aus ihrer Haft.

Schalit-Entführer als Helden geehrt

Einer der freigelassenen Palästinenser, Ijad Abu Fnun, versicherte den derzeitigen Gefangenen, dass sie nicht vergessen worden seien. Er argumentierte, dass die Palästinenser nur durch Gewalt befreit werden können, denn „was mit Gewalt genommen wurde, kann nur durch Gewalt wieder hergestellt werden“. Der Widerstand „wird seine Waffen nicht niederlegen“, sondern weiter gegen Israel kämpfen, bis seine Ziele erreicht seien.

Die Botschaft des Widerstands sei die gleiche, wie die der Terroristen Misbah Abu Sbeih und Muhammad al-Fakiah Das gleiche gelte für den Direktor der Gaza-Niederlassung der christlichen Hilfsorganisation „World Vision“, Mohammad el-Halabi, der Spendengelder veruntreut und der Hamas zur Verfügung gestellt haben soll. Abu Fnun betonte das Heldentum des Kommandeurs des militärischen Arms der Hamas , Achmed al-Dschabari, und weiterer getöteter Palästinenser, die an der Entführung Schalits beteiligt waren.

„Konfrontation mit Feind“ erfordere „Opfer und Entschlossenheit“

Ein Vertreter der marxistischen Gruppierung „Volksfront zur Befreiung Palästinas“ (PFLP), Hani Thawabta, bestätigte, dass der Widerstand im Gazastreifen das Ziel verfolgt, weitere israelische Soldaten zu entführen. Diese sollen dann gegen palästinensische Gefangene ausgetauscht werden. Er sagte laut „Ma‘an“: „Die Konfrontation mit dem Feind ist kein einfacher Weg.“ Sie erfordere „Opfer und Entschlossenheit“.

Schalit war 1.941 Tage in Geiselhaft im Gazastreifen, nachdem er bei einem Überfall auf einen israelischen Armeeposten verschleppt worden war. Die ersten 477 Palästinenser wurden für den israelischen Soldaten am 18. Oktober 2011 freigelassen, die restlichen folgten im Dezember. „Ma‘an“ berichtet, dass im August laut der palästinensischen Gruppe für Gefangenenrechte, Addameer, rund 7.000 Palästinenser in israelischen Gefängnissen saßen. (mab)

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