Arabische Welt | 28.06.2012

Von den Erdölraffinerien in Suez wird das Öl nach Kairo transportiert.

Von den Erdölraffinerien in Suez wird das Öl nach Kairo transportiert.
Foto: Argenberg, flickr | CC-BY 2.0

Hohe Haftstrafe für Ägyptens Ex-Ölminister wegen Israel-Geschäfts

KAIRO (inn) – Das Strafgericht in Kairo hat den ehemaligen ägyptischen Erdölminister Sami Fahmi im Zusammenhang mit Erdgas-Exporten nach Israel zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Das Gericht sah es am Donnerstag als erwiesen an, dass Fahmi, der Geschäftsmann Hussein Salem und fünf weitere höhere Beamte des Ministeriums Ägypten einen Schaden von 574 Millionen Euro zugefügt haben. Salem, der während des Aufstands gegen den früheren Präsidenten Husni Mubarak im Februar 2011 nach Spanien floh, erhielt in Abwesenheit ebenfalls 15 Jahre Haft.

Das Gericht verurteilte die Ex-Beamten des Erdölministeriums zu Gefängnisstrafen zwischen drei und zehn Jahren. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Die 2005 gestarteten Exporte nach Israel waren in der ägyptischen Bevölkerung äußerst unpopulär. Im April dieses Jahres wurden die Gaslieferungen offiziell gestoppt. Unbekannte hatten seit dem Sturz Mubaraks 14 Sprengstoffanschläge auf die Pipeline verübt, über die das Gas an seinen Bestimmungsort gepumpt wurde (Israelnetz berichtete).

In Ägypten wurde immer wieder darüber spekuliert, dass Fahmi und Salem als enge Vertraute des damaligen Präsidenten dafür sorgten, dass ein Teil der Einkünfte aus dem Israel-Geschäft dem Mubarak-Clan zugeschanzt wurde. In Spanien läuft gegen Salem, der auch die spanische Staatsbürgerschaft besitzt, ein Auslieferungsverfahren.

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